Ich denke jeder hat mal eine Phase durchgemacht, wo er etwas erleben musste, was ziemlich schlimm war. Egal ob körperlich oder seelisch. Da kommt einem dann immer der Spruch in den Sinn „Was dich nicht umbringt, härtet dich ab“. Aber ist Abhärten immer gut? Verliert man dadurch vielleicht die Sensibilität für bestimmte Situationen?
Erfahrungen bringen natürlich immer was im Leben. Wenn man bereits einen Autounfall hatte, dann behält man diese Erfahrung für immer. Wenn man dann einen 18-Tonner auf sich zurasen sieht weiß man: Uh, das wird wehtun. Aber hilft mir das wirklich?
Bei seelischen Problemen ist es ja meist noch schlimmer. Ich war ja schon immer für die Schmerztherapie, bei der man sich seinen Problemen, egal wie schlimm sie sind, stellt und dann hofft, dass sie schnell vorbei gehen. Das ist zwar wie Pflasterabreißen, aber es hilf und härtet, wie gesagt, ab.
Es gibt halt Situationen in denen man hofft, dass etwas vorbei geht und wenn’s dann soweit ist, fühlt man sich zwar erleichtert, aber irgendwie nicht ganz so befreit wie erwartet. Könnte daran liegen, dass einem dann die ganzen Dinge auffallen, die vorher als nebensächlich betrachtet und somit nicht weiter wichtig waren. Ein wirkliches Problem hat man aber erst, wenn man realisiert, dass man um diese „nebensächlichen Dinge“ zu erkennen, mittlerweile zu abgehärtet ist und einfach gar nix mehr ankommt.
Was ist also die bessere Methode um mit Problemen umzugehen? Einfach reinstürzen und abhärten lassen, was dafür sorgen kann, dass man für gar nix mehr empfindlich ist?
Oder doch lieber auf alles pfeifen und Probleme einfach nicht entstehen lassen, indem man vor ihnen wegrennt?
Dumm ist nur wenn beide Typen aufeinander treffen und dann ein Problem haben. Dann macht einer Party während der andere von dem 18-Tonner erwischt wird.
Sonntag, September 03, 2006
Was dich nicht umbringt…
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