Es ist wieder soweit. Weihnachten. Das Fest der Liebe und Besonnenheit. Man sollte aber natürlich auch an die Leute denken, die nicht so viel Glück haben. Es gibt auch dieses Jahr wieder genug, die die folgenden Tage nicht mit den Menschen verbringen können, die sie lieben. Stattdessen feiern sie im Kreise der Familie.
Jaaa, aber ich finde Weihnachten ist schon ein Familienfest. Da bin ich traditionell. Ich will auch gar nicht Heiligabend in der Disko verbringen, wo dann hunderte von Leuten ihren Weihnachtsfrust wegtanzen.
Was nicht heißt, dass ich in der Weihnachtszeit nicht unter Menschen gehe. Bekanntlich gibt es ja schon viele Tage vorher Veranstaltungen wie Weihnachtsmärkte.
Man hört ja immer dass diese Märkte viel kommerzieller sind als die meisten denken.
Aber eben diese stört so was auch nicht. Da zähle ich mich gerne zu. Weihnachtsmärkte werden eh nur besucht, um sich in Stimmung zu bringen. Da sieht man alte Bekannte wieder, die es wirklich zu etwas gebracht haben in ihrem Leben. Wissenschaftler oder Arzt kann jeder werden, aber Menschen die auf Weihnachtsmärkten mit nem Lötkolben individuelle Namen ins Frühstücksbrettchen brennen, erreichen wirklich die Leute. Ich war schon schwer am überlegen, ob ich solche Leute nicht unterstützen soll und mein hart verdientes Geld für ein Brettchen mit den Namen „Mällani“ gerne weiterreichen würde. Man soll ja an Weihnachten nicht alles auf die Goldwaage legen.
Highlight ist natürlich wie jedes Jahr der Glühweinstand. Davon gibt es immer mehr. Klar, wo sonst wird man sein Altöl leichter los, als wenn man es auf dem Weihnachtsmarkt den Minderjährigen als Heißgetränk verkauft?
Sehr gut gefällt mir auch immer der Weihnachtsmann, der über diesen Markt zieht und an kleine Kinder noch kleinere Geschenke verteilt. Und während sich diese kleinen Kinder mit den Restbeständen des letzten Trödelmarkts vergnügen, geht der feine Herr Weihnachtsmann mit dem gestressten Papa einen heben. Und wo wir grad bei „einen heben“ sind…
Weihnachtsfeiern. Hier kommen sich die Menschen noch wirklich näher. Nein, jetzt kommt keine Anspielung auf den FC Bayern. Ich meine das absolut ohne Hintergedanken. Zwar gibt es genug die sich bloß die Birne voll tanken wollen, aber man findet eben doch auch welche die wissen wann’s genug ist. Unter Umständen trifft man alte Freunde wieder, mit denen man gerne den Kontakt etwas besser gehalten hätte, denn das ist immer noch besser als die neu kennen gelernten Asis deren Bekanntschaft man lieber nie gemacht hätte.
Wenn man sich dann entscheidet leicht beschwipst die Gesellschaft zu verlassen, ist man am Ende vielleicht sogar überrascht, dass der Weg nach Hause schöner sein kann als die eigentliche Feier…
Ich rede natürlich von der Ruhe die man dann genießt. Denn wie schon gesagt ist Weihnachten ja auch das Fest der Besinnung. Eine Denkweise die uns über das nachdenken lässt, was gut war und nicht wie viel noch in den Schädel passt. Schließlich geht es an Weihnachten um die Geburt von Jesus und nicht um seine langen Reisen mim Kegelclub.
Viele kennen den Hintergrund von Weihnachten auch überhaupt nicht mehr. Obwohl gerade junge Mädchen heutzutage Maria als eines ihrer Vorbilder nennen. Ich mein ist klar. Welche Beispiele kennt man sonst noch, wenn man seinen Eltern zwar beichten muss dass man schwanger ist, aber dabei möglichst glaubwürdig versichern will dass man noch Jungfrau ist?
Während heute der Vater grimmig guckt, hat’s damals der Joseph geglaubt. Der Depp.
Naja, so ist halt der Mann. Was soll er auch machen? Damals gabs ja noch kein Olli Geissen. Er nimmt es als Geschenk Gottes und verkündet es der ganzen Welt.
Das ist auch so eine Sache an Weihnachten… Geschenke. Jeder hat mindestens eine Person die sagt: „Ich will nix“. Man kennt ja so Leute die nie wissen was sie wollen, aber es gibt auch welche die wirklich nichts wollen. Was macht man da? Im Prinzip ist so was ja der perfekte Lebenspartner, aber ob diese Einstellung in einer Partnerschaft lange Bestand hätte, wage ich mal zu bezweifeln. Und dann macht man sich halt in aller Ruhe auf den Weg zum Einkaufen. Ist ja schließlich der 23. und da haben ja die meisten schon alles gekauft. Ein scheinbar weit verbreiteter Irrglaube. Ne halbe Stunde später liegt man mit einer kleinen, pummeligen, türkischen Mama aufm Boden vom Karstadt und prügelt sich um das letzte Bündel Wollsocken.
Oder wenn man ganz verplant ist, fängt man an sich von einem Medi Max-Verkäufer beraten zu lassen und will unbedingt wissen, wie schnell denn das Gerät seiner Empfehlung ne DVD-RW brennen kann und verlässt dann zufrieden mit dem Toaster unterm Arm den Laden.
Aber dann kommt ja das aufwendige Einpacken. Ich weiß nicht wie’s bei euch aussieht, aber ich kann’s nicht. Vielleicht stell ich meine Ansprüche auch zu hoch, aber ich denke am Ende sollte es doch noch ganz entfernt die Form haben, die der Inhalt auch hatte. Versteht mich nicht falsch, ich rede nicht vom Geschenk, sondern von mir. Wenn ich schon dieses „Ritsch“ beim Abrollen des Tesafilms höre, krieg ich Platzangst. Innerlich seh’ ich mich nämlich schon wieder zusammengerollt in Tesa in der Ecke liegen und versuche vergeblich meinen rechten Fuß vom Hinterkopf zu lösen. Ich geb’ mir echt Mühe, wenn ich schon mal anfange, aber meistens ist es halt zu viel Aufwand.
Naja, wollte ich alles gar nicht erzählen…
Ich wünsche euch allen ein schönes Weihnachtsfest. Ich hoffe ihr habt an diesen Tagen alle jemanden Besonderen bei euch, oder seid in Gedanken zumindest bei ihnen. Und wenn nicht gibt es sicher einen, der an euch denken wird.