Sonntag, August 13, 2006

Ehrlichkeit

Ich hasse nichts mehr als verlogene Menschen. Klar, benutzen alle Leute so Floskeln wie „Du siehst gut aus“, „Hast du gut gemacht“ oder „Ich will überhaupt nichts von deinem besten Freund“, aber irgendwo ist die Grenze. Nur wo liegt die? Ist es schon unehrlich, wenn ich jemanden etwas verschweige, dass ich eigentlich sagen will oder sollte? Selbst da gibt es ja wieder Unterschiede. Dinge nicht zu sagen, die beiden Parteien das Leben nur schwerer machen würden, ist ja eigentlich was Gutes. Ihr geht ja auch nicht in einer Disco zu einer Frau hin und sagt ganz offen, dass ihr gerne mal ihren Kamin fegen wollt. Naja, zumindest die meisten von euch nicht. Das wiederum wäre ehrlich gewesen. Also kann Unehrlichkeit was gutes sein? Nicht wirklich. Ehrlichkeit macht zwar Sachen komplizierter, aber die darauf folgende Klarheit, ist einem dann lieber, als so ein blödes hin und her. Eine gewisse Sensibilität für den richtigen Zeitpunkt sollte man aber schon haben. Auf ner Party mit alten Freunden kommt es meist nicht gut an, wenn man als erstes die Runde macht und jedem sagt wie scheiße er doch ist. Wenn er nachfragt, gerne. Kommt ruhig alle zu mir und fragt mich was ich von euch halte. Dann kann bei mir jeder Arsch bekommen was er will. (Ein Satz der besonders in Köln gut ankommen sollte) Das gleiche erwate ich aber auch von allen anderen. Ich hab nix davon, wenn mir jemand Sachen verheimlicht, nur damit es mir besser geht. Schließlich bin ich Deutscher und die leiden halt gerne mehr als nötig. Deswegen jammern ja auch so viele, obwohl einem der Verstand sagt, dass es keinen Grund gibt. Aber so was hat ja nicht immer was mit dem Verstand zu tun.
Es ist schlimm heraus zu finden wenn jemand nicht ehrlich zu einem war, aber es ist noch schlimmer wenn dieser jemand man selber ist…
Schreibt das auf.

Samstag, August 12, 2006

Stolz

Stolz ist ne komische Sache. Jeder empfindet es anders und jeder hat andere Gründe um Stolz zu sein. Das Problem ist die Zielsetzung einiger Leute. Wenn diese zu hoch angesetzt sind, kann man am Ende nicht zufrieden sein mit dem was man erreicht hat. Deswegen sind planlose Menschen auch immer viel glücklicher. Es gibt eben welche die sind erst stolz, wenn sie besondere berufliche Leistungen erbracht haben, der Menschheit was gutes tun konnten oder bei Media Markt nen Verkäufer gefunden haben, der wirklich weiterhelfen konnte.
Natürlich klafft da auch eine große Lücke zwischen Mann und Frau. Die Frau ist stolz auf ihre Familie und was für ein harmonisches Leben sie doch hat. Der Mann hingegen ist stolz auf das, was er abends in seinem Bauchnabel findet.
Aber oft steckt halt der selbe Gedanke dahinter. Männer sind stolz auf ihre Autos, Frauen auf ihr Aussehen. Jetzt werden viele sagen, dass man das schwer vergleichen kann, aber bezahlt erstmal die ganzen Arbeitsstunden die für die Profis draufgehen, die euch das Serienmodel so hinrichten, dass es so aussieht wie ihr es euch vorgestellt habt. Und auch die Ergebnisse sind ja auch für beide interessant und vergleichbar. Der optimierte Körper der Frau bringen dem Mann mindestens genau so viel wie der Frau die Massagefunktion des Beifahrersitzes.
Klar, ist das der optimale Fall. Zu viel Stolz führt ja bekanntlich auch zu einer Menge unangebrachtes Selbstvertrauen. Da wird dann gerne mal das Maul so weit aufgerissen, dass man damit das Abfallproblem beim Streik der Müllabfuhr ohne Probleme gelöst hätte.
Dann gibt es aber auch noch diejenigen die auf nichts stolz sind. Deren Leben wird entweder von Depressionen geprägt oder sie sind Studenten und vegetieren vor sich hin.
Worauf ich stolz bin? Hmmm, gute Frage. Beruflicher Erfolg? Kommt vielleicht noch. Eigene Familie? Fehlt das willige Gegenstück. Auto? Nix da. Selbst der Bauchnabel gibt nix her.
Weiß jemand was? Positives Feedback kann Stolz auslösen…nur so am Rande.