Sonntag, Februar 25, 2007

Glaube

Der Glaube ist etwas Tolles. Er allein schafft es, dass der Mensch sein kümmerliches Leben überhaupt ertragen kann. Viele von uns tragen ja schon ein ziemliches Kreuz mit sich rum wenn man mal genau drüber nachdenkt. Da steckt man in einem scheiß Job fest, ist hoffnungslos in eine falsche Person verliebt oder hat das Aussehen eines 200 Kilo Koloss in der brütenden Sommerhitze.

Hier kommt dann unser treuer Freund Glaube ins spiel. Wegen ihm nehmen wir uns nicht das Leben, sondern reden uns ein, dass alles besser wird. Das ist doch was Gutes. Es wird nicht gemeckert sondern Hoffnung versprüht. Man sagt sich einfach „Ich bin zwar fett, aber ich mach jetzt Aerobic und esse Müsli.“ oder „Aaach, ich bin doch eigentlich das was sie sucht. Sie weiß es nur nicht.“ oder eben „Nö, Media Markt Mitarbeiter will ich nicht mehr sein. Ich leb meine Ausbildung aus und werd wieder Frisör.“

Alles Glaube der sich nie bewahrheiten wird. Viele lassen sich ja auch Zeit und sagen „Jaaa, Ende März wird was ganz tolles passieren. Das sagt mir mein Gefühl.“ Das sind dann meistens die, die sich die letzten 8 Monate mit ihren Gefühlen nicht einig waren und dann glauben alles wird sich ändern.

Versteht mich nicht falsch. Ich kritisiere nicht den Glauben, nein ich befürworte ihn. Ok, er mag so manches Mal etwas unrealistische Vorstellungen erzeugen, aber er gibt ja zu gleich auch Hoffnung. Und Hoffnung lässt das Leben leichter erscheinen. Im Prinzip ist Glaube damit gar nicht so weit von der Dummheit entfernt. Denn wie wir ja schon geklärt haben, vermag auch diese zu Glück zu verhelfen.

Der Glaube ist ja der natürliche Feind des Gelehrten. Der Glaube sagt das ist so und das Wissen „Joa, könnte aber auch anders sein. Ich verlass mich da auf nix.“ Glaube führt ja eher selten zum Ziel, ganz zu schweigen von der Zeit die für diesen Weg drauf geht. Dennoch ist er unerlässlich für den Menschen und sein Wohlbefinden. Wer möchte schon mit der Gewissheit leben, dass seine unmittelbare Zukunft nur sehr unwahrscheinlich besser wird?
Nein, Realität wird oft einfach aus Gründen der Bequemlichkeit verdrängt. Das ist zwar an sich völlig behämmert wenn man jeden Blödsinn Glauben schenkt nur weil es einem grad so in den Kram passt, aber ich glaube ja dass der Mensch Hoffnung und somit den Glauben braucht um überhaupt etwas auf die Beine zu stellen.

Wie kommt das denn bei der Frau in der örtlichen Dorfdisco an, wenn man keinen Glauben in sich hat? Da ist ein Anmachspruch zwar realistisch und weckt auch keine unerfüllbaren Erwartungen, aber wenn ich mal die Damen unter den Lesern die Frage stellen darf ob sie auf folgende Anmache angesprungen wären:

„Hallo. Ich bin XY. Ich weiß dass du zu gut für mich bist. Du siehst toll aus und ich so scheiße. Und sind wir mal ehrlich, im Prinzip macht es mit uns ja eh keinen Sinn, weil ich überhaupt keinen Plan hab was ich dir bieten könnte und beim Geschlechtsakt eh wieder viel zu früh kommen werde. Aber ich dachte mal ich mach dir nichts vor und hoffe einfach mal darauf, dass du dich erbarmst und mit mir los ziehst um dich zum Gespött der Stadt zu machen. Also… wie sieht’s aus?“

Klar, man ist ja Realist, aber ich glaube dass man mit dieser Einstellung von der Frauenwelt nicht unbedingt zum engeren Favoritenkreis für den Rang des Alphamännchens gezählt wird.
Wer die Macht des Glaubens sein Eigen nennen kann, erscheint vielleicht manchmal etwas primitiv und fern ab von der Welt, aber er kriegt seine Chance um etwas zu erreichen.
Deshalb ist der Glaube was Tolles. Er gibt uns einfach etwas, dass das wahre Leben uns verwehrt oder mit viel Glück für einen späteren Zeitpunkt aufbewahrt. Er hilft uns die schwereren Tage zu überstehen. Das ist Intelligenz… oder ne... Dummheit. Ach, ihr wisst was ich meine.

Montag, Februar 12, 2007

Grippewelle

Merkt ihr es auch? Man trifft in der Außenwelt wieder jede Menge Leute mit geschwollenen Augen, triefenden Nasen und hängenden Köpfen an. Gut, ich hätte meine Beobachtungen nicht auf den Trauerzug des örtlichen Friedhofs machen sollen, aber auch sonst ist dies ein immer mehr vorherrschendes Bild auf unseren Straßen. Grund dafür ist die umherschwirrende Grippewelle in Deutschland. Jaha, der böse Winter ist zurückgekehrt und hat alle kalt erwischt.
Ich war auch wieder mal krank. Die älteren unter euch werden sich daran erinnern, dass das bei mir so gegen Ende Januar/Anfang Februar immer ne gut gepflegte Tradition ist.
Doch was ich damals mit meiner kreativen Ader überwunden habe, bewältige ich heute mit meinem Hirn. Ich stell mir da wieder die Frage was für eine Daseinsberechtigung so eine Krankheit von Welt eigentlich hat.
Früher war das mit der Krankheit ja viel sozialer geregelt. Wer krank war stirbt einfach. Aber heute muss man neben diesen Todesflüchtigen im Bus sitzen. Da denkt man selbst gerne mal daran aktiv zu werden, aber nur die wenigstens von uns haben ja regelmäßig ihre Sense dabei.
Und selbst will man ja auch nicht das Zeitliche segnen, bloß weil man mal husten musste.
Interessant wird es aber auch erst wenn der Partner krank ist. Hier meine Top 3 Sätze der kranken Partner/in:

Platz 3:
„Maaaaaaaaaaaaaan!“

Benutzt wenn: ...man der Missmut über die eigene Lage Ausdruck verleihen will.

Bedeutung für den Partner:Schenk mir Aufmerksamkeit. Will nette Worte, Umarmungen, Schokolade und deine Unterschrift unter den Arbeitsvertrag als persönlicher Leibeigener.“

Platz 2:
„Nerv nich!“

Benutzt wenn: … der Partner unbedingt zu etwas deine Meinung haben will, was dir aber im Grunde schnurz wurst ist.

Bedeutung für den Partner: „Nerv nich! Mich interessiert dein Scheißdreck nicht. Guck mich an! Hab dicke Augen, ne Triefnase, Schmerzen wenn ich mich beweg, seh scheiße aus und hab dich am Hals. Meinst du ich will hier die Weltwirtschaftslage mit dir diskutieren? NEIN! Und jetzt: Geh spielen.“

Platz 1:
„Bin *schnief* kraaaaaaank“

Benutzt wenn: … man aktiv gefragt wird wie es einem geht.

Bedeutung für den Partner: „Siehste doch. Meinst du es hat sich was geändert? Und selbst wenn, wäre es mir den Kraftaufwand nicht wert es dir zu erklären.“

Ich hoffe ich konnte hiermit wenigstens einem von euch helfen die Tage zu überstehen. Bleibt gesund, esst nen Apfel und vermeidet es nackt durch den Wald zu laufen. Ansonsten n paar schöne Wintertage noch.

Sonntag, Februar 04, 2007

Intelligenz und Glück

Kann man als intelligenter Mensch glücklich werden? Eine Frage die ich mir schon oft gestellt hab. Ist man als dämlicher Mensch nicht viel glücklicher? Schließen sich Glück und Intelligenz etwa aus?
Wie man ja weiß, neigt der intelligente Mensch zum Nachdenken. Das ist ja an sich sinnvoll. Wenn ich ein Auto hab, will ich ja auch damit fahren. Alles andere wäre Ressourcenverschwendung. Ob ich damit dem höhergestellten Ziel der Lebenserhaltung nun entgegenwirke, ist wieder eine andere Sache. Schließlich verpeste ich die Umwelt und damit auch meinen Lebensraum.
Was ich damit sagen will ist dass die Option des Nachdenkens im Gesamtbild durchaus auch hinderlich sein kann. So steht schon bei Nuhr „Der Denker zweifelt. Er weiß nicht genau, weil er weiß, es geht auch anders. Der intelligente Mensch erkennt eine Gefahr - und ist somit eher zurückhaltend.“
Mit anderen Worten: Der Dumme hat mehr Spaß am Leben, weil er Dinge einfach tut, worüber der intelligente noch nachdenken muss, bis seine Zeit abgelaufen ist. Was letzten Endes besser ist, ist ja eine andere Frage, aber im Bezug auf glück hat der Dumme klar die Nase vorn. Wenn man also egoistisch sein will, sollte man es vorziehen beim nächsten Besuch beim Pfandleiher einfach sein Hirn auf die Theke zu legen. Von dem Geld sollte man lieber einen Saufen gehen, das erhöht noch den Zustand der geistigen Ohnmacht.
Man ist letztendlich einfach viel glücklicher mit seinem Leben. Man macht Dinge einfach, ohne groß drüber nachzudenken. Ist ja klar, ohne Hirn wird man einfach von den niederen Instinkten geleitet, die ja meist auf den sofortigen Ausstoß von Glückshormonen fixiert sind.
Beispiel: Die attraktive Frau aus dem Bekanntenkreis stellt sich, ohne über ihre Wirkung nachzudenken, einfach in euer Blickfeld. Der dumme Mann geht sofort hin und begrüßt sie mit einem Kuss.
Klingt dämlich (ist ja auch der Sinn), aber was hat Mann schon zu verlieren? Entweder sie geht drauf ein und er punkte oder sie gibt ihm ne Schelle und er hat ein kurzes Glücksgefühl gehabt. Jetzt kommt aber der Knackpunkt: Der intelligente Mann weiß um eben diese Wahrscheinlichkeit und überlegt erstmal so lange bis ihm die Möglichkeit davonläuft. Da gibt’s dann so fragen wie: Was ist wenn sie abdreht? Wie kann ich ihr danach noch in die Augen gucken? Kann ich so was überhaupt? Und selbst wenn…macht es langfristig Sinn? Will ich das überhaupt? All so ein Blödsinn.
Der Blöde ist da besser dran. Er ist so behämmert, dass er diese erhaltene Schelle sofort wieder vergisst. Er ist die Stubenfliege unter den Männern. Wir leben im Jetzt. Feierabend. Glücklich sein ist doch eigentlich das was zählt. Ist es nicht das was man anstreben sollte? Man weiß nur, dass zu viel Nachdenken unglücklich macht, da man so alle möglichen Negativfälle durchgeht und daher eher zum Pessimismus tendiert.
Der dämliche Mensch hingegen geht viel positiver durch die Welt. Er erwartet nix und hat auch keine Befürchtungen. Wer von sich behaupten kann schlau zu sein, wird am besten nicht auf seine Emotionslage angesprochen. Selbst der Frage nach seiner Intelligenz, sieht der schlaue Mensch eher pessimistisch entgegen.
Daraus folgern wir also, dass Nachdenken zwar Erkenntnisse bringt, aber sicherlich kein Glück. Hier sind wir wieder bei unserer Ausgangsfrage: Glück und Intelligenz schließen sich aus? Man weiß es nicht. Ich werd mal drüber Nachdenken.