Montag, Dezember 24, 2007

Alle Jahre wieder...

Da steh ich heute Morgen auf - reib mir den Schlaf aus den Augen und schau auf den Kalender… Ne, rote 24. Aah, Feiertag… Ich guck aus dem Fenster – weiß… Menschen in warmen Klamotten… Wird wohl Winter sein. Da klingelt’s bei mir: Schon wieder Weihnachten.
Haben wir nicht erst letzte Woche die ganze Weihnachtsdeko auf dem Dachboden verstaut? Naja, egal. Also wo krieg ich jetzt Geschenke her?


Ne, alles Quatsch. Freu mich schon lange auf Weihnachten. Das Fest an sich ist immer so was wie ein großes Krippenspiel. Leute kommen vorbei und bringen Geschenke mit. Lasst sie nur kommen. Wer Geschenke mitbringt, darf sich auch gerne an meinem Ochsen wärmen.
Wobei man sich ja doch mit den Jahren etwas Abwechslung gönnen sollte.
Letztes Jahr bin ich noch nem Stern hinterher gejagt, dieses Jahr kommt der Weihnachtsengel zu mir. Das ist dann doch etwas bequemer.
Aber so ein bisl komisch ist Weihnachten schon oder?


Kommt... Man stellt sich einen Baum ins Wohnzimmer... Wo die Vegetation von grünen Waldgewächsen in Wohnzimmern ja immer sehr gerne gesehen wird. Nix gegen so ne Tanne. Ne Tanne ist ein super Baum. Darum heißt es ja auch „die Tanne“, weil es Weibchen sind. So ne Tanne steht dann draußen im Wald und denkt sich: “Brrrr. Ist schon ziemlich kalt hier.“ Und dann lässt sie sich von irgend so nem Idioten mit nach Hause ins Warme nehmen. Die Tanne ist die Prostituierte unter den Pflanzen.
Kaum im Haus wird sie mit Schmuck überhäuft und steht dann aufgetakelt rum. Ein Paar Tage später hat man sich satt gesehen und ihr Zweck wurde erfüllt. Dann wird ihr alles weggenommen und sie landet wieder auf der Straße. Es ist einfach ein hartes Leben auf dem Baumschulen-Strich.


Aber auch sonst ist das alles ein komischer Feiertag. Man feiert mit Leuten die man eigentlich gar nicht so wirklich mag, und wo der eigentliche Grund zu feiern die 364 Tage sind die zwischen diesen Treffen liegen. Aber an diesem einen Tag ist alles egal. Man ist einfach zusammen und freut sich. Da wird nicht auf alten Streitigkeiten rumgehakt oder über Äußerlichkeiten diskutiert. Nein, jeder liebt jeden und das ist auch gut so.


Gerade der Weihnachtsmann selbst braucht diesen Tag. Ich mein – sind wir mal ehrlich: Jeder liebt den Weihnachtsmann. Auch Frauen. Und jetzt überlegt mal wie gut ein Mann bei Frauen ankommt der dick ist, unrasiert und nur einmal im Jahr bereit ist zu kommen.
Vergesst es. Diese Kategorie hat nur den einen Tag um Liebe zu erfahren.


Was mich immer wieder fasziniert sind die vielen verschiedenen Traditionen. Jeder feiert ja Weihnachten anders. Ich mag es eher ruhiger. Mit der Familie und Freundin. Nach dem ganzen Stress der Vorwochen um ein Geschenk zu finden, bin ich froh wenn ich die Feiertage in Ruhe verbringen kann. Dann gibt’s was Leckeres zu Essen. Das fällt in meinem Bekanntenkreis zum Teil was exotischer aus. Da werden auch mal gerne gemütlich mit der Familie und einem Glas Wein bei Kerzenschein Karpfen entaugt.
Kein Witz. Ich bin natürlich neugierig und hab selbstredend sofort nachgefragt wie das denn so funktioniert, und erhielt sofort ein bunt gemaltes Bild in Form einer Erklärung.


Aufgemerkt: „Da musst du mit dem Nagel unter das Auge greifen... am besten den anderen Finger durch den Schnabel / Schnauze oder wie nennt sich das bei fischen? und von innen nach mitdrücken... jaaa....
Da stellt sich bei euch doch auch direkt schlagartig der Heißhunger ein oder?

Bin wieder ins Labern gekommen, habt ihr’s gemerkt? Naja, wollt allen Lesern schöne Weihnachten wünschen. Mit vielen Geschenken, einem super Essen und viel Freude.
Schreibt mal in die Comments wie euer Weihnachten so war. Schenkt mir einfach was Feedback zu Weihnachten ;)
Also: ein paar schöne Tage und bis bald.

Samstag, September 22, 2007

Joa, im Grunde... nix

Jo, damit hätten wir die Eingangsfrage schon mal geklärt…


Ach kommt, als ihr gesehen habt, dass hier was Neues steht, habt ihr euch doch sofort gefragt: „Was gibt’s Neues?“ Tja, und somit die Antwort direkt vorweg… nix.

Aber kein Vorwurf. Ich dachte erst auch… 2 ½ Monate... da muss doch was passiert sein…
Nö…


Gut, das war’s dann im Prinzip schon von meiner Seite… Gibt’s noch Fragen?


Klar. Es gibt immer Fragen wenn man sich lange nicht gesehen hat. Dafür hat Gott uns ja die Gabe der Kommunikation geschenkt, um dumme Fragen zu stellen.


„Und?“ – „Joa. Selbst?“
„Auch.“ – „Frau?“
„Krank. Hund?“ – „Tod.“
„Sonst?“ – „Geht."
„Na dann.“ – „Jo.“
„Tschüss.“ – „Tschüss.“


Das ist Kommunikation. Die Gabe nicht vorhandene oder unnötige Informationen an desinteressierte Leute weiterzugeben. So ist ja bekanntlich auch die Philosophie dieses Blogs.


Was bedeutet eigentlich „Neues“? Ist das was für euch neu ist, für mich nicht vielleicht schon alter Kram?
Oder was sollte in diese Kategorie „Neues“ überhaupt rein? Änderung des Familienstandes, Weltkriege oder gehört dazu auch schon die aktuelle Gravur auf meinem Küchenpapier?
Im Prinzip gibt es dann doch was Neues. Nur ist das interessant? Und seit wann gibt es hier was Interessantes?


Es ist halt nicht mehr wie früher. Heute ist man halt im Alltagstrott eingesperrt. Aufstehen, Arbeit, Pause, Arbeit, Feierabend, vielleicht das ein oder andere Erlebnis mit Freunden und dann Schlafen. Viieel Schlafen. Weil ja auch viel Arbeit und die Eintönigkeit des Alltags ist ja auch ermüdend genug.


Das war früher anders. Da kam man als Mann von der Jagd zurück und die Familie wurde vom Säbelzahntiger zerfleischt. Da hatte man wieder was vor sich. Weniger dem Mammut hinterhältig auflauern, dafür mehr ner Frau. Knüppel drüber und ab in die Höhle.
Gut, das Prinzip war gleich, aber eben auch genau so erfolgreich.


Im Gegensatz zum Mann waren Frauen ja damals schon kulturell ziemlich weit. Schon damals stellten sie ne Blume in die Höhle und der Mann war erstmal verwirrt. Ein ungewohnter Duft im Heim? Und er war total fasziniert was so ein kleines Pflänzchen kann.
Es war halt was Neues.
Wenn der Mann heute Zuhause rein kommt und feststellt: „Ah, hier riecht es nach Blume.“
Dann bedeutet das, die Frau hat ne Duftkerze angemacht.


Die Lebensherausforderung ist halt heute nicht mehr gegeben. Der Säbelzahntiger ist weitestgehend aus unserem Alltag verschwunden und unsere Gemeinschaftswohnungen duften regelmäßig nach Bachblüten.


Sind wir mal ehrlich. Richtig viel Neues erlebt keiner von uns. Dafür ist der Alltag doch viel zu stressig. Und die Zeit des Erkundens und frühzeitigen Ablebens ist bei den meisten vorbei.
Früher haben wir die sieben Weltmeere besegelt um neue Kulturen kennen zu lernen. Wenn wir heute in Taiwan Land betreten strahlt uns das große gelbe M zur Begrüßung entgegen.
Früher haben wir neue Welten und Tierarten entdeckt. Heute laufen wir auf dem Oktoberfest in der Polonäse mit.


Vielleicht sollten wir uns damit abfinden dass es nicht wirklich viel Neues mehr gibt.
Oder doch und wir haben bloß keine Zeit mehr um es zu erleben.
Das wird’s sein….


So, jetzt macht jeder von euch mal das Internet aus und geht raus. Das ist meist dort, wo das grelle Licht her kommt. Schaut euch mal um. Gibt’s da was Neues? Vielleicht nen Baum entdeckt der euch neu ist? Oder läuft vor eurer Tür eine alte Frau vorbei deren Körperkrümmung und Gesichtsform nur noch entfernt an einen Menschen erinnert?
Oder ist eure Katze unerwartet groß geworden und bekommt auf einmal ganz lange Zähne?
Es gibt bestimmt was Neues zu Entdecken. Man muss es nur suchen.
Schreibt das auf.

Mittwoch, Juli 04, 2007

Shopping

Ja, bei diesem Titel läuft den meisten Männern unter uns schon der kalte Schauer über den Rücken. Für Frauen allerdings ist Shoppen häufig besser als Sex. Es dauert halt in der Regel länger und wenn’s ihr bei einem nicht gut gefällt geht sie zum nächsten über. Im Grunde sind Frauen beim Shoppen viel mehr den Urinstinkten ausgeliefert als wir Männer beim Sex.
Klar, wenn man den Partner ohne Vorwarnung wechselt, ist oft Stunk in der Bude. Das gefällt Frauen beim Einkauf auch besser. Zumindest hab ich noch keinen H&M-Laden gesehen, der einer Frau Untreue vorwirft und bei Olli Geissen einen Herstellertest einfordert um herauszufinden, ob ihr Lieblingstop wirklich von ihm ist.
Frauen haben auch keine Angst vor Shoppen in der Öffentlichkeit, wozu sie beim Sex doch eher selten zu überreden sind. Oder Läden in denen es viele Markenartikel gibt scheuen Frauen auch nicht. Ein „Lust for Life“ ist quasi der Swingerclub der Frau.

Wir Männer finden Einkaufen eher lästig, wenn es nicht gerade um Unterhaltungselektronik oder Autos geht. Ja, wir ziehen Frauen gerne aus, aber uns selber? Für das ständige Umziehen ist der männliche Körper einfach nicht gemacht, das sehen Frauen auch ein und überlassen uns Tätigkeiten für die er geschaffen ist: Tüten schleppen.
OK, ich bin jetzt noch nicht dazu genötigt worden eine Tüte durch die Stadt zu tragen, aber in einzelnen Läden selber kommt das schon mal vor. Dennoch kann ich es jedem empfehlen, mal mit einer Frau shoppen zu gehen, man lernt soo viel.

Zunächst ist man frohen Mutes und schaut sich selbst auch mal um. Vielleicht findet man ja was. Also trottet man durch die Herrenabteilung, während die Frau sich mit den Artgenossinnen in ihren Bereichen versammelt. Ich für meinen Teil habe mir die Zeit genommen, mir die einzelnen Verhaltensmuster der Geschlechter näher anzugucken. Erstaunlicherweise scheinen die Sinne der Männer weitaus geschärfter zu sein als die der Frauen. Männer erkennen offensichtlich schon an der Seitennaht ob ihnen eine Hose gefällt oder nicht, während Frauen das Kleidungsstück von der Stange nehmen müssen. Gut jetzt werdet ihr sagen „Die Frau guckt sich wenigstens das ganze an bevor sie Geld raus wirft“, das mag sein aber der Mann ist da nicht anders. Allerdings ist er ja mehr der Pragmatiker. Er denkt sich „Wenn ich das ganze Ding sehen will, geh ich ans Ende der Stange, da hängt das selbe Modell schließlich noch mal mit Frontansicht“. Und sind wir mal ehrlich, viel anderes bleibt dem Mann auch nicht übrig wenn er die Tüten der Frau in beiden Händen tragen muss.

Männer schlürfen unmotiviert durch die Gänge, schauen hin und wieder mal auf die Kleidung und weichen dezent anderen Leidensgenossen aus die den selben trostlosen Blick haben.
Frauen demonstrieren hier ihre wahre Fähigkeit zum Multitasking. Sie gehen hellwach durch das Labyrinth von Angeboten und gucken sowohl links als auch rechts. Gleichzeitig! Zur selben Zeit haben sie aber immer zwei drei Augen auf die anderen Frauen die Potentielle Angriffsziele bieten. Es gibt drei Punkte die eine Frau sofort bei der potentiellen Konkurrentin feststellt:
1.Nimmt sie mir vielleicht gerade das Teil weg, das ich kaufen wollte?
2.Was hat die denn an? Buäääh.
3.Was kauft die denn da? Würg.

Jedenfalls trifft man sich irgendwann wieder. Also der Mann sucht die Frau. Nicht andersrum. Hier kommt die wahre Kenntnis des Partners zu Tage. Beim Schoppen muss der Mann seine Frau an den Knöcheln wieder erkennen, da meist der Rest von neuen Klamotten und Kleiderbügeln verdeckt wird. Man kann ja über Frauen sagen was man will. Sie können vereinzelt im Straßenverkehr vielleicht nicht rechts von links unterscheiden, aber sie finden jederzeit blind den Weg zur Umkleidekabine. Sie vergessen in ihrem Eifer aber auch mal wie viel sie da eigentlich mit sich tragen. Man fragt sie „wie viele Sachen schleppst du da mit?“ – „Joa, das sind höchstens acht.“ – „Zähl nach.“…. Es waren dreizehn. Klar dass da schnell die Ablagemöglichkeiten der Kabine eng werden.

Das absolute Highlight eines Einkaufs sind Massenumkleidekabinen. Das sind so ökumenische Räume, wo Kabinen für Männer und Frauen drin sind. Das ist ein wenig wie Legebatterie, nur noch mit gackernden Hühnern drum herum. Ich habe nicht durch den Spalt in die Kabine geschaut, sondern meine Aufmerksamkeit lieber den armen Schweinen vor den Kabinen geschenkt. Da gibt es wirklich alles. Die hyperaktive Frau, die nervös hin und her läuft um die erste freie Kabine zu erwischen, den verzweifelten Ehemann der mit der Stirn gegen die Kabinentür lehnt weil seine Frau sich einfach nicht entscheiden kann und natürlich meine Lieblingskategorie: die frisch verliebten. Und davon gibt’s viele. Man hört dann so Sachen wie: „Katrin, wo bist du?“ – Katrin meldet sich nicht. – „Schatz, ich hab hier den Tanga den du wolltest.“ Was für ein Depp. Natürlich meldet sich Katrin nicht. Welche Frau will zugeben mit so einem zusammen zu sein? Frisch verliebte erkennt man aber auch daran, wenn sie für die Frau des Herzens die Kabine frei halten müssen, weil sie unbedingt noch ein Teil holen muss. Pures Chaos.

Naja, irgendwann hat man das dann hinter sich, bezahlt den leicht schwulen Mann an der Kasse und ist in Freiheit. Frische Luft und man atmet durch. Doch dann schallt es von der Seite: „Guck mal! Handtaschen! Da muss ich mal gucken.“ Man sieht’s optimistisch. Schließlich kann man Handtaschen nicht anziehen.
Das gut geschulte Frauenauge scannt sofort die Umgebung und filtert die passende Tasche raus. „Ohhhh. Super. Wie geil ist das? Oh. Das fühlt sich so toll an. Sowas muss ich haben. Ohhhh. Mmmh.“ Und du denkst dir bloß „Warum macht sie das nicht auch im Bett?“ Weil Shoppen für sie besser ist als Sex. Ist doch klar.

Frauen genießen Shoppen nicht nur, nein sie denken auch so, dass sie Tage lang etwas davon haben. Die Zauberwörter hierbei heißen „zurücklegen lassen“.
Frauen lassen sich Sachen zurücklegen und holen sie später ab.
Ich war überrascht. Manche Läden haben extra mehrere Quadratmeter Platz für zurückgelegte Wahre reserviert. Offensichtlich wird dieser Service gerne genutzt. Sollte man vielleicht auch mal in anderen Branchen drüber nachdenken. Tankstellen zum Beispiel. „Ich hab grad nich das passende Geld dabei. Legen sie mir 20 Liter zurück.“ Und dann kommt ein Ein-Euro-Jobber, füllt es ihnen ab und stellt’s auf’s Lager. Das ist Service.

Parfümerien. Auch ein erstaunlicher Ort. Man wird ihn verändert wieder verlassen. Als Mann betritt man so was ja eher selten… und das ist auch gut so. Frauen überleben nicht nur die Wolke aus 50 Verschiedenen Zerstäubern, nein sie können sie auch noch unterscheiden. Man schleicht durch die Gänge von Fläschschen, Ampüllschen und Pröbchen, wird von allen Ecken mit Lampen von irgendwelchen Spiegeln bestrahlt während man mit tränenden Augen die nächstmögliche Position am Ausgang sucht, wo wenigstens ein kleiner Anteil Sauerstoff bis zum Hirn und den Augen durchkommen kann.
Völlig desorientiert folgt Mann der Frauenstimme die irgendwann von draußen schreit, dass sie weiter will.

Irgendwann geschieht dann doch das unfassbare und deine Freundin wird müde. Die Füße tun weh und sie will nach Hause. Du bedankst dich bei Gott und ihr fahrt zurück.
Nach diesem prägenden Tag fragst du dich warum du das alles mitgemacht hast. Warum die kaputten Füße, die tränenden Augen, der kaputte Rücken? Und du selbst hast gerade vielleicht mal ein Shirt rausgeholt.
Dann kommt am nächsten Tag deine Freundin zu dir. In einem knappen Top, einer dünnen Hose in der sich ihr Hintern griffig präsentiert und einer Laune die dir die Schuhe auszieht und da fällt dir der Grund plötzlich ein…

Sonntag, Juni 17, 2007

Mütter

Der ein oder andere wird es gemerkt haben. Die Menschen in meiner Umgebung sind oft ein Thema hier. Ist ja normal, weil man anderen Menschen ja nur schwer aus dem Weg gehen kann. Ich für meinen Teil will es auch gar nicht. Es ist viel interessanter anderen Leuten Beachtung zu schenken und dabei die erstaunlichsten Sachen festzustellen.

Nein, ich fang jetzt nicht wieder an über Mann und Frau zu philosophieren. Ich rede von Müttern. OK, viele werden jetzt sagen „Moment. Meine Mutter ist aber eine Frau“. Stimmt, aber irgendwie ist eine Mutter dann doch auch etwas anderes.

Gerade als kleines Kind ist die Mutter oft Bezugspunkt Nummer eins. Wenn man grad auf der Welt ist, ist man das Goldstück der Familie, das alles kriegt und von jedem als süß empfunden wird. Ja, das war auch sicher bei euch mal so, aber auch ich kann mich nur schwer an meine ersten Lebensjahre erinnern.

Dann kommt die Phase wo das Kind langsam alltäglich wird und die Arbeit anfängt die Freude zu überholen. Da ist das Verlangen nach der Mutter nicht mehr schön, sondern nervig. Das ewige schreien wenn es durstig ist geht einem nur noch auf den Zeiger. Da ist es doch nur verständlich wenn man als Mutter irgendwann sagt: „Jetzt ist aber gut. Du musst langsam anfangen für dich selber zu sorgen. Du bist jetzt dreiundvierzig.“

Gut, die meisten von uns werden ja schneller erwachsen als es der Frau deren Lenden wir entsprungen sind lieb ist. Da hat man die Volljährigkeit erreicht und will die Clubs unsicher machen, aber muss sich erstmal der Mutter zum auschecken stellen. Ich weiß nicht wie es bei euch ist, aber wird ein euren Klamotten auch immer rumgezupft bevor ihr das Haus verlasst? Zum Glück konnte ich meiner Mutter die Masche mit dem angefeuchteten Taschentuch abgewöhnen. Kennt doch jeder oder? Taschentuch, Spucke drauf…. Buaaaah!

Ja, die meisten Mütter nehmen das Fortschreiten des Alters ihre Kinder nach dem neunten Lebensjahr nur noch ganz marginal wahr. Wer hat nicht schon aus der Küche den Satz schallen hören: „Zieh ne Jacke an. Es ist kalt draußen.“ Ich muss dazu sagen, dass wir einen Kalender in der Nähe der Haustüre haben. Und bei solchen mütterlichen Tipps nehme ich dann schon gerne mal die Gelegenheit wahr, da mal genau drauf zu schauen und da kommt es mir dann auch in den Sinn: „J-U-L-I. Tatsächlich, ich darf meine Handschuhe nicht vergessen.“

Auch sehr beliebt wenn das „Kind“ die Wohnung verlässt ist „Willst du nicht lieber noch mal schnell auf die Toilette?“ Klar, sagt man dann aus Gewohnheit dass man nicht müsse, aber in Wirklichkeit denkt man „Mutter… ich geh doch nur schnell zum Nachbarn. Und selbst wenn es mich überkommen würde, sind Toiletten mittlerweile standardmäßig in deutschen Haushalten integriert.“

Oder beim Essen. Wer kennt es nicht? Mutter: „Junge, willst du noch was essen?“ – „Nein, danke.“ – „Aber ist doch noch so viel da“ – „Nein, ich kann nicht mehr“ – „Ach, komm...“ Platsch, und der Teller ist wieder voll. Da kann man als gut erzogener Sohn natürlich nicht aufstehen und einfach gehen. Da würde eine Welle der Entrüstung losbrechen. Was ich jetzt gemacht habe das ist mir das Schlafen mit offenem Mund abzugewöhnen. Ich hatte immer Angst, dass meine Mutter irgendwann die Chance nutzt und mir die Frühstücksflocken unverhofft direkt in den Hals kippt.

Aber wenn wir ehrlich sind, finden wir es doch auch irgendwie gut. Man sieht es Müttern ja nach, da sie immer im Dienst zum Fortbestand der Familie sind.

Aber es gibt ja auch andere Beispiele. Bei der Hausarbeit zum Beispiel.

Der Sohn/die Tochter entwickelt mit der Zeit ein eigenständiges Leben und befindet sich naturgemäß nicht mehr so oft Zuhause. Klar, sollte das dem Haushalt zu gute kommen, denn es fällt weniger Müll an, der Stromverbrauch sinkt und die Lautstärke des Radios bleibt konstant in Bereichen, die von der Generation Ü30 als angenehm eingestuft wird.

Dennoch bleiben Sachen unerledigt für die gerne mal das Kind eingesetzt wurde. Wohnzimmer staubsaugen zum Beispiel. Oder Müll raus bringen. Man selbst will aber viel lieber raus und dann geht’s los:

„Kind, wo willst du denn wieder hin?“ – „Weg. Ich treff’ mich mit nem Freund.“ – „Du bist nie mehr Zuhause.“ – „Mutter ich bin doch hier.“ – „Aber sonst nie.“ – „Ich komm ja wieder.“ – „Ja, wann denn?“ – „Weiß noch nich genau.“ – „Willst du nicht bei dem einziehen?“ – „Ja, schon. Aber keiner von uns kann kochen.“

Oder ihr habt Glück und habt so eine Mutter wie ich. Meine wird in solchen Situationen eher etwas nostalgisch und sagt dann: „Geh du nur. Viel Spaß. Nutzt die Zeit wo ihr noch jung seid. Aber vorher…. Lass mich deinen Kragen richten.“ Und du lässt es über dich ergehen, obwohl du genau weißt dass deine Freundin den Kragen wieder anders kramen wird.

Ist vielleicht auch eine Frauensache. Im Grunde sind Mütter ja auch Frauen und ich glaube, dass in jeder Frau auch schon so ein bisschen Mutter drin steckt. Spätestens in Phase 3.

Montag, April 09, 2007

Phase 3

Ich hab mich ja nun oft genug mit dem anfänglichen Partnerverhalten auseinander gesetzt. Wir erinnern uns: Frauen sind intelligent, dafür aber kompliziert – Männer sind einfacher gestrickt, dafür aber hier und da mal was dämlich. Eigentlich ja keine sinnvolle Kombination, aber dennoch scheint es hin und wieder zu funktionieren.
Wie wir ja wissen ist die Anfangsphase immer etwas holprig. Man weiß nie genau was man machen soll oder darf. Man versucht immer sich so gut wie möglich dazustellen. Aufregend aber auch irgendwie verklemmt.
Phase 2 ist da schon etwas entspannter. Man kann einfach nicht voneinander lassen und irgendwie ist alles andere scheißegal. Wer darüber was wissen will, kauft sich am besten ein Fachmagazin oder blättert in der „Bravo“ der kleinen Schwester.
Für mich persönlich ist die Phase 3 viel interessanter, weil man dann völlig neue Seiten am Partner erkennen kann. Es passiert sogar hin und wieder mal, dass Phase 2 einfach übersprungen wird und plötzlich Phase 3 in vollem Gange ist.
Woran erkennt man dass man in Phase 3 steckt? Zunächst einmal sollte man als Mann wissen, dass man überhaupt keinen Einfluss darauf hat. Welche Phase eingeläutet wird entscheidet ganz allein die Frau.
Es fängt langsam an. Mama hat lecker was gekocht und du bist mit deiner Flamme dabei. Plötzlich klingelt das Telefon und deine Mutter muss unbedingt ran gehen. Natürlich nicht ohne dir auf dem Weg dorthin noch freundlich zu sagen dass du den Tisch decken sollst. Du denkst „Klar, kein Problem“ drehst dich um und deine Freundin hat schon das Besteck in der Hand.
Du denkst dir „Woher weiß sie das? Warum macht sie das? Warum weiß ich nicht wo in unserer Küche das Besteck ist?“ Egal, dir kommt sofort in den Sinn, dass sie das tut um einen guten Eindruck zu hinterlassen. Man ist ja schließlich Gast. Und für solche Fälle haben Frauen ja ihr fotografisches Gedächtnis. Irgendwann haben sie bei der Verabschiedung mal im Augenwinkel gesehen, wie jemand Besteck aus welcher Schublade genommen hat, wo wer sitzt, welches Glas bevorzugt wird und all so was. Frauen wissen dann halt einfach wo alles ist. Männer wohnen Jahrzehnte im selben Haus und können das nicht von sich behaupten. Aber wie gesagt, man denkt sich da nix bei.
Auch beim Essen selber fallen Sätze, die man sonst nie von ihr gehört hat. „So legt man sein Besteck nicht hin“ – „Öh, was?“ – „Na dein Besteheeck. Das muss anders liegen.“ – „Ich nehm mir doch nur kurz was nach.“ – „Trotzdeeeeem.“
Achtet aber auch mal darauf, wie sich eure Freundin verhält wenn ihr unter euch seid. Also ich weiß jetzt nicht wie das bei euch ist aber… Müsst ihr auch etwas essen wenn eure Freundin Hunger hat? Eine Frau isst ja nichts alleine. Das macht ja dick. Zusammen essen auch, aber dann bist du ja immer noch dicker als sie und sie kann dir die Schuld für ihr Gewicht geben, da DU ja unbedingt was essen wolltest.
Anderes Beispiel: Deine Eltern sind weg und du bist alleine Zuhause. Du lädst die Frau deines Herzens ein um einen schönen Abend mit ihr zu verbringen. Er wird auch schön, nur kommen in Phase 3 dann so Fragen wie: „Hast du heut auch schon was gegessen? Hast du die Haustiere versorgt? Die Blumen gegossen?“
Spätestens hier klingelt es bei jedem Mann zur dritten Runde. Gerade die bei denen Phase 2 übersprungen wurde fragen dann ganz verdutzt: „Moment… hab ich was verpasst? Ich dachte wir schlafen erstmal schön miteinander bevor du wie meine Mutter wirst.“
Natürlich würde kein Mann der Welt so etwas aussprechen. Das würde nur zu Fehlinterpretationen führen.
Man geht in der neuen Phase einfach viel gelassener miteinander um. Der Mann in Phase 1 ist ja in der Regel viel zu übermotiviert und versucht der Liebsten alles recht zu machen, was ja bekanntlich nicht geht. Phase 3 ist da schon viel angenehmer da sich die Frau die Mühe macht zu sagen was sie will und der Mann mittlerweile die Ruhe hat es abzuwarten. Früher hat sie sich einmal kurz über den Oberarm gestriffen und er sprang auf, warf den Ofen an, holte Decken, Jacken, schließt Türen und das alles so schnell, dass die Frau nicht mal erwähnen konnte dass sie am besagten Oberarm nur etwas gekitzelt hat.
Frauen sind schon in Phase 1 viel lockerer, weil sie ja meist der begehrte Teil sind und somit nichts leisten müssen. Das ist ein wenig wie die Probezeit in der Ausbildung. Man schaut sich an was der Kandidat so kann und entscheidet sich dann irgendwann ihm eine Chance zu geben oder eben nicht.
In Phase 3 ist dann auch die Frau dazu bereit ihren Teil zum Funktionieren des Verhältnisses beizusteuern. So etwas macht den Mann natürlich erstmal voll gaga. „Öh, was will sie jetzt? Sie tut was für mich? Da ist ein Hintergedanke.“ Klar, reagiert der Mann erstmal mißtrauig. Verschreckt und doch neugierig wie ein Katzenbaby versucht der Mann die neue Situation zu begreifen. Aber irgendwann findet man sich damit zurecht und hat sich selber auch in der neuen Phase akklimatisiert und zurechtgefunden.
Dabei stellt man dann fest, dass es eigentlich meist gar nichts zu befürchten gab. Die Frau versucht bloß nett zu sein und fängt an sich zu kümmern. Sie gibt Schokolade ab, drückt einem mal ein Buch in die Hand für den Fall ihrer Abwesenheit und zeigt Interesse bei deiner miesen Laune. Die harte Arbeit hat sich dann doch irgendwie gelohnt.
Hört sich doch gut an oder? Doch das Schwierigste kommt erst noch. Die Kunst ist es nämlich sich das nicht alles wieder zu versauen. Das geht nämlich schneller als erwartet. Viele Männer denken dann: „Geil. Jetzt bin ich am Steuer. Ich lass sie jetzt mal Bier holen“. Setzt das ruhig mal um und berichtet mir dann von euren Erlebnissen im Wohnheim für geistig Zurückgebliebene. Oder ihr macht es direkt richtig. Lernt es zu schätzen, aber ruht euch nicht drauf aus. Das ist schon bei zu vielen falsch gelaufen und jetzt verbringen sie ihre Nächte nicht mehr bei der Traumfrau, sondern vorm Fernseher mit Jürgen von 9live. Also gilt auch hier die alte Regel: Hirn aus und weiter machen. Es liegt noch viel vor euch.
Schreibt das auf.

Sonntag, Februar 25, 2007

Glaube

Der Glaube ist etwas Tolles. Er allein schafft es, dass der Mensch sein kümmerliches Leben überhaupt ertragen kann. Viele von uns tragen ja schon ein ziemliches Kreuz mit sich rum wenn man mal genau drüber nachdenkt. Da steckt man in einem scheiß Job fest, ist hoffnungslos in eine falsche Person verliebt oder hat das Aussehen eines 200 Kilo Koloss in der brütenden Sommerhitze.

Hier kommt dann unser treuer Freund Glaube ins spiel. Wegen ihm nehmen wir uns nicht das Leben, sondern reden uns ein, dass alles besser wird. Das ist doch was Gutes. Es wird nicht gemeckert sondern Hoffnung versprüht. Man sagt sich einfach „Ich bin zwar fett, aber ich mach jetzt Aerobic und esse Müsli.“ oder „Aaach, ich bin doch eigentlich das was sie sucht. Sie weiß es nur nicht.“ oder eben „Nö, Media Markt Mitarbeiter will ich nicht mehr sein. Ich leb meine Ausbildung aus und werd wieder Frisör.“

Alles Glaube der sich nie bewahrheiten wird. Viele lassen sich ja auch Zeit und sagen „Jaaa, Ende März wird was ganz tolles passieren. Das sagt mir mein Gefühl.“ Das sind dann meistens die, die sich die letzten 8 Monate mit ihren Gefühlen nicht einig waren und dann glauben alles wird sich ändern.

Versteht mich nicht falsch. Ich kritisiere nicht den Glauben, nein ich befürworte ihn. Ok, er mag so manches Mal etwas unrealistische Vorstellungen erzeugen, aber er gibt ja zu gleich auch Hoffnung. Und Hoffnung lässt das Leben leichter erscheinen. Im Prinzip ist Glaube damit gar nicht so weit von der Dummheit entfernt. Denn wie wir ja schon geklärt haben, vermag auch diese zu Glück zu verhelfen.

Der Glaube ist ja der natürliche Feind des Gelehrten. Der Glaube sagt das ist so und das Wissen „Joa, könnte aber auch anders sein. Ich verlass mich da auf nix.“ Glaube führt ja eher selten zum Ziel, ganz zu schweigen von der Zeit die für diesen Weg drauf geht. Dennoch ist er unerlässlich für den Menschen und sein Wohlbefinden. Wer möchte schon mit der Gewissheit leben, dass seine unmittelbare Zukunft nur sehr unwahrscheinlich besser wird?
Nein, Realität wird oft einfach aus Gründen der Bequemlichkeit verdrängt. Das ist zwar an sich völlig behämmert wenn man jeden Blödsinn Glauben schenkt nur weil es einem grad so in den Kram passt, aber ich glaube ja dass der Mensch Hoffnung und somit den Glauben braucht um überhaupt etwas auf die Beine zu stellen.

Wie kommt das denn bei der Frau in der örtlichen Dorfdisco an, wenn man keinen Glauben in sich hat? Da ist ein Anmachspruch zwar realistisch und weckt auch keine unerfüllbaren Erwartungen, aber wenn ich mal die Damen unter den Lesern die Frage stellen darf ob sie auf folgende Anmache angesprungen wären:

„Hallo. Ich bin XY. Ich weiß dass du zu gut für mich bist. Du siehst toll aus und ich so scheiße. Und sind wir mal ehrlich, im Prinzip macht es mit uns ja eh keinen Sinn, weil ich überhaupt keinen Plan hab was ich dir bieten könnte und beim Geschlechtsakt eh wieder viel zu früh kommen werde. Aber ich dachte mal ich mach dir nichts vor und hoffe einfach mal darauf, dass du dich erbarmst und mit mir los ziehst um dich zum Gespött der Stadt zu machen. Also… wie sieht’s aus?“

Klar, man ist ja Realist, aber ich glaube dass man mit dieser Einstellung von der Frauenwelt nicht unbedingt zum engeren Favoritenkreis für den Rang des Alphamännchens gezählt wird.
Wer die Macht des Glaubens sein Eigen nennen kann, erscheint vielleicht manchmal etwas primitiv und fern ab von der Welt, aber er kriegt seine Chance um etwas zu erreichen.
Deshalb ist der Glaube was Tolles. Er gibt uns einfach etwas, dass das wahre Leben uns verwehrt oder mit viel Glück für einen späteren Zeitpunkt aufbewahrt. Er hilft uns die schwereren Tage zu überstehen. Das ist Intelligenz… oder ne... Dummheit. Ach, ihr wisst was ich meine.

Montag, Februar 12, 2007

Grippewelle

Merkt ihr es auch? Man trifft in der Außenwelt wieder jede Menge Leute mit geschwollenen Augen, triefenden Nasen und hängenden Köpfen an. Gut, ich hätte meine Beobachtungen nicht auf den Trauerzug des örtlichen Friedhofs machen sollen, aber auch sonst ist dies ein immer mehr vorherrschendes Bild auf unseren Straßen. Grund dafür ist die umherschwirrende Grippewelle in Deutschland. Jaha, der böse Winter ist zurückgekehrt und hat alle kalt erwischt.
Ich war auch wieder mal krank. Die älteren unter euch werden sich daran erinnern, dass das bei mir so gegen Ende Januar/Anfang Februar immer ne gut gepflegte Tradition ist.
Doch was ich damals mit meiner kreativen Ader überwunden habe, bewältige ich heute mit meinem Hirn. Ich stell mir da wieder die Frage was für eine Daseinsberechtigung so eine Krankheit von Welt eigentlich hat.
Früher war das mit der Krankheit ja viel sozialer geregelt. Wer krank war stirbt einfach. Aber heute muss man neben diesen Todesflüchtigen im Bus sitzen. Da denkt man selbst gerne mal daran aktiv zu werden, aber nur die wenigstens von uns haben ja regelmäßig ihre Sense dabei.
Und selbst will man ja auch nicht das Zeitliche segnen, bloß weil man mal husten musste.
Interessant wird es aber auch erst wenn der Partner krank ist. Hier meine Top 3 Sätze der kranken Partner/in:

Platz 3:
„Maaaaaaaaaaaaaan!“

Benutzt wenn: ...man der Missmut über die eigene Lage Ausdruck verleihen will.

Bedeutung für den Partner:Schenk mir Aufmerksamkeit. Will nette Worte, Umarmungen, Schokolade und deine Unterschrift unter den Arbeitsvertrag als persönlicher Leibeigener.“

Platz 2:
„Nerv nich!“

Benutzt wenn: … der Partner unbedingt zu etwas deine Meinung haben will, was dir aber im Grunde schnurz wurst ist.

Bedeutung für den Partner: „Nerv nich! Mich interessiert dein Scheißdreck nicht. Guck mich an! Hab dicke Augen, ne Triefnase, Schmerzen wenn ich mich beweg, seh scheiße aus und hab dich am Hals. Meinst du ich will hier die Weltwirtschaftslage mit dir diskutieren? NEIN! Und jetzt: Geh spielen.“

Platz 1:
„Bin *schnief* kraaaaaaank“

Benutzt wenn: … man aktiv gefragt wird wie es einem geht.

Bedeutung für den Partner: „Siehste doch. Meinst du es hat sich was geändert? Und selbst wenn, wäre es mir den Kraftaufwand nicht wert es dir zu erklären.“

Ich hoffe ich konnte hiermit wenigstens einem von euch helfen die Tage zu überstehen. Bleibt gesund, esst nen Apfel und vermeidet es nackt durch den Wald zu laufen. Ansonsten n paar schöne Wintertage noch.

Sonntag, Februar 04, 2007

Intelligenz und Glück

Kann man als intelligenter Mensch glücklich werden? Eine Frage die ich mir schon oft gestellt hab. Ist man als dämlicher Mensch nicht viel glücklicher? Schließen sich Glück und Intelligenz etwa aus?
Wie man ja weiß, neigt der intelligente Mensch zum Nachdenken. Das ist ja an sich sinnvoll. Wenn ich ein Auto hab, will ich ja auch damit fahren. Alles andere wäre Ressourcenverschwendung. Ob ich damit dem höhergestellten Ziel der Lebenserhaltung nun entgegenwirke, ist wieder eine andere Sache. Schließlich verpeste ich die Umwelt und damit auch meinen Lebensraum.
Was ich damit sagen will ist dass die Option des Nachdenkens im Gesamtbild durchaus auch hinderlich sein kann. So steht schon bei Nuhr „Der Denker zweifelt. Er weiß nicht genau, weil er weiß, es geht auch anders. Der intelligente Mensch erkennt eine Gefahr - und ist somit eher zurückhaltend.“
Mit anderen Worten: Der Dumme hat mehr Spaß am Leben, weil er Dinge einfach tut, worüber der intelligente noch nachdenken muss, bis seine Zeit abgelaufen ist. Was letzten Endes besser ist, ist ja eine andere Frage, aber im Bezug auf glück hat der Dumme klar die Nase vorn. Wenn man also egoistisch sein will, sollte man es vorziehen beim nächsten Besuch beim Pfandleiher einfach sein Hirn auf die Theke zu legen. Von dem Geld sollte man lieber einen Saufen gehen, das erhöht noch den Zustand der geistigen Ohnmacht.
Man ist letztendlich einfach viel glücklicher mit seinem Leben. Man macht Dinge einfach, ohne groß drüber nachzudenken. Ist ja klar, ohne Hirn wird man einfach von den niederen Instinkten geleitet, die ja meist auf den sofortigen Ausstoß von Glückshormonen fixiert sind.
Beispiel: Die attraktive Frau aus dem Bekanntenkreis stellt sich, ohne über ihre Wirkung nachzudenken, einfach in euer Blickfeld. Der dumme Mann geht sofort hin und begrüßt sie mit einem Kuss.
Klingt dämlich (ist ja auch der Sinn), aber was hat Mann schon zu verlieren? Entweder sie geht drauf ein und er punkte oder sie gibt ihm ne Schelle und er hat ein kurzes Glücksgefühl gehabt. Jetzt kommt aber der Knackpunkt: Der intelligente Mann weiß um eben diese Wahrscheinlichkeit und überlegt erstmal so lange bis ihm die Möglichkeit davonläuft. Da gibt’s dann so fragen wie: Was ist wenn sie abdreht? Wie kann ich ihr danach noch in die Augen gucken? Kann ich so was überhaupt? Und selbst wenn…macht es langfristig Sinn? Will ich das überhaupt? All so ein Blödsinn.
Der Blöde ist da besser dran. Er ist so behämmert, dass er diese erhaltene Schelle sofort wieder vergisst. Er ist die Stubenfliege unter den Männern. Wir leben im Jetzt. Feierabend. Glücklich sein ist doch eigentlich das was zählt. Ist es nicht das was man anstreben sollte? Man weiß nur, dass zu viel Nachdenken unglücklich macht, da man so alle möglichen Negativfälle durchgeht und daher eher zum Pessimismus tendiert.
Der dämliche Mensch hingegen geht viel positiver durch die Welt. Er erwartet nix und hat auch keine Befürchtungen. Wer von sich behaupten kann schlau zu sein, wird am besten nicht auf seine Emotionslage angesprochen. Selbst der Frage nach seiner Intelligenz, sieht der schlaue Mensch eher pessimistisch entgegen.
Daraus folgern wir also, dass Nachdenken zwar Erkenntnisse bringt, aber sicherlich kein Glück. Hier sind wir wieder bei unserer Ausgangsfrage: Glück und Intelligenz schließen sich aus? Man weiß es nicht. Ich werd mal drüber Nachdenken.