Der Glaube ist etwas Tolles. Er allein schafft es, dass der Mensch sein kümmerliches Leben überhaupt ertragen kann. Viele von uns tragen ja schon ein ziemliches Kreuz mit sich rum wenn man mal genau drüber nachdenkt. Da steckt man in einem scheiß Job fest, ist hoffnungslos in eine falsche Person verliebt oder hat das Aussehen eines 200 Kilo Koloss in der brütenden Sommerhitze.
Hier kommt dann unser treuer Freund Glaube ins spiel. Wegen ihm nehmen wir uns nicht das Leben, sondern reden uns ein, dass alles besser wird. Das ist doch was Gutes. Es wird nicht gemeckert sondern Hoffnung versprüht. Man sagt sich einfach „Ich bin zwar fett, aber ich mach jetzt Aerobic und esse Müsli.“ oder „Aaach, ich bin doch eigentlich das was sie sucht. Sie weiß es nur nicht.“ oder eben „Nö, Media Markt Mitarbeiter will ich nicht mehr sein. Ich leb meine Ausbildung aus und werd wieder Frisör.“
Alles Glaube der sich nie bewahrheiten wird. Viele lassen sich ja auch Zeit und sagen „Jaaa, Ende März wird was ganz tolles passieren. Das sagt mir mein Gefühl.“ Das sind dann meistens die, die sich die letzten 8 Monate mit ihren Gefühlen nicht einig waren und dann glauben alles wird sich ändern.
Versteht mich nicht falsch. Ich kritisiere nicht den Glauben, nein ich befürworte ihn. Ok, er mag so manches Mal etwas unrealistische Vorstellungen erzeugen, aber er gibt ja zu gleich auch Hoffnung. Und Hoffnung lässt das Leben leichter erscheinen. Im Prinzip ist Glaube damit gar nicht so weit von der Dummheit entfernt. Denn wie wir ja schon geklärt haben, vermag auch diese zu Glück zu verhelfen.
Der Glaube ist ja der natürliche Feind des Gelehrten. Der Glaube sagt das ist so und das Wissen „Joa, könnte aber auch anders sein. Ich verlass mich da auf nix.“ Glaube führt ja eher selten zum Ziel, ganz zu schweigen von der Zeit die für diesen Weg drauf geht. Dennoch ist er unerlässlich für den Menschen und sein Wohlbefinden. Wer möchte schon mit der Gewissheit leben, dass seine unmittelbare Zukunft nur sehr unwahrscheinlich besser wird?
Nein, Realität wird oft einfach aus Gründen der Bequemlichkeit verdrängt. Das ist zwar an sich völlig behämmert wenn man jeden Blödsinn Glauben schenkt nur weil es einem grad so in den Kram passt, aber ich glaube ja dass der Mensch Hoffnung und somit den Glauben braucht um überhaupt etwas auf die Beine zu stellen.
Wie kommt das denn bei der Frau in der örtlichen Dorfdisco an, wenn man keinen Glauben in sich hat? Da ist ein Anmachspruch zwar realistisch und weckt auch keine unerfüllbaren Erwartungen, aber wenn ich mal die Damen unter den Lesern die Frage stellen darf ob sie auf folgende Anmache angesprungen wären:
„Hallo. Ich bin XY. Ich weiß dass du zu gut für mich bist. Du siehst toll aus und ich so scheiße. Und sind wir mal ehrlich, im Prinzip macht es mit uns ja eh keinen Sinn, weil ich überhaupt keinen Plan hab was ich dir bieten könnte und beim Geschlechtsakt eh wieder viel zu früh kommen werde. Aber ich dachte mal ich mach dir nichts vor und hoffe einfach mal darauf, dass du dich erbarmst und mit mir los ziehst um dich zum Gespött der Stadt zu machen. Also… wie sieht’s aus?“
Klar, man ist ja Realist, aber ich glaube dass man mit dieser Einstellung von der Frauenwelt nicht unbedingt zum engeren Favoritenkreis für den Rang des Alphamännchens gezählt wird.
Wer die Macht des Glaubens sein Eigen nennen kann, erscheint vielleicht manchmal etwas primitiv und fern ab von der Welt, aber er kriegt seine Chance um etwas zu erreichen.
Deshalb ist der Glaube was Tolles. Er gibt uns einfach etwas, dass das wahre Leben uns verwehrt oder mit viel Glück für einen späteren Zeitpunkt aufbewahrt. Er hilft uns die schwereren Tage zu überstehen. Das ist Intelligenz… oder ne... Dummheit. Ach, ihr wisst was ich meine.
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