Gestern war Abiball in unserer alten Schule, also dachte ich man könnte ja mal dahingehen und alte Bekanntschaften auffrischen. Das hat auch super geklappt. Wenn man mal den diesjährigen Jahrgang außen vor lässt, dann war der Rest mindestens zur Hälfte alte Mitschüler von mir. Ich will jetzt nicht sagen, dass wenig los war, aber wenn ich ne Freundin die sich am anderen Ende der Aula befand so gerufen hätte wie ich es geplant hatte, hätte sie mich gehört. (Ja, Insider müssen auch mal sein).
Aber da sind wir schon beim ersten Thema des Abends: die Freundinnen. Wenn man so eine Feierlichkeit betritt, merkt man schnell dass sich die Mädels von damals zu Frauen entwickelt haben. Ich rede nicht von Körperproportionen wenn ihr das denkt. Ich rede vom Mutterinstinkt. Alle müssen sofort an einem rumfummeln. Das dumme dabei ist nur, dass jede „Mutter“ eine eigene Vorstellung hat. Folgendes ist passiert: Ich komm rein und schon hab ich die erste an der Backe kleben „Mach mal den Kragen richtig! Der gehört ins Jacket.“ Ich gebe zu ich hab keinen Plan von Mode, also hab ich einfach mal gemacht was mir gesagt wurde. Drei Meter weiter (ungelogen) schallt es mir wieder entgegen: „Mach mal den Kragen richtig! Der gehört drüber.“ Und schon war sie am rumfummeln. Ja, jetzt denkt jeder: Das waren die beiden Möglichkeiten. Aber Möööp! Da habt ihr den Zonk gezogen. Auf dem Weg zur Theke kommt mir Dame Nummer drei entgegen. „Was ist denn das? Das is ja nix halbes und nix ganzes. Tut mir leid aber wenn ich so was sehe…“ Naja, der Rest ist bekannt.
Danach war ich aber dann soweit dass ich sämtliche Zurufe diesbezüglich einfach ignoriert habe. Aus Fehlern lernt man und außerdem ist das uns Männern eh egal.
Aber im Prinzip lief der Abend wie jeder andere auch. Telefonnummern wurden ausgetauscht. Freunde mit solchen Blähungen, dass das ganze Gebäude eigentlich unter Quarantäne gehört hätte, begrüßten einen wie gewohnt. Man lernt Eltern kennen von denen man schon viel gehört hat. Man redet mit nem Mädel und ist in den Augen der Gesellschaft sofort mit ihr zusammen. Fünf Minuten später trifft das auf ne andere Frau zu…der ganze Schmarn halt weswegen man zu so was hingeht.
Auch wenn nicht viel los war, der harte Kern der da war, brachte wenigstens gute Stimmung und an der Band sollte es auch nicht liegen, denn die war wenigstens gut wenn ich an unseren Abiball zurückdenke. Ein wenig Schade war nur, dass es keine kalten Getränke gab. Könnte daran liegen, dass die Colaflaschen frei auf dem Tisch standen und nicht im Kühlschrank. Aber immerhin war das Bier kalt als es aus dem Hahn kam. Gut, es stand danach ne Viertelstunde aufm Tisch rum bevor es ausgegeben wurde, aber was sich jetzt dramatisch anhört, war ja eigentlich nicht so schlimm wenn man bedenkt, dass in dem Bier eh keine Kohlensäure drin war.
Tja, so ging das die ganze Nacht - also bis 2 Uhr. Dann war Schicht. Aber so schnell haben wir ja nicht aufgegeben. Ich bin dann noch mit ner Freundin nach Hause, damit die feine Dame das Tretleder wechseln konnte. Warum sie das nicht alleine konnte? Naja, wofür sind wir Männer denn da? Zum Schleppen natürlich. Also lief ich nachts mit ner Damenhandtasche durch die Stadt und ich bin mir sicher, dass mich der ein oder andere junge Kerl angesprochen hätte, wenn ich nicht die dazugehörige Frau an der Seite gehabt hätte. Ich hätte dann aber auch nen Hüftschwung hingelegt der Bruce Darnell Tränen in die Augen getrieben hätte. Nur nebenbei bemerkt: Sie hat die Strecke barfuss zurückgelegt. War bestimmt mindestens ne genau so tolle Erfahrung.
Nach dem PitStop passierte etwas, das ich nicht für möglich gehalten hätte. Ich bezahlte Eintritt für Berks! Diejenigen die sowohl Berks als auch mich kennen wissen was das heißt.
Drinnen befanden sich dann ein Teil des Abijahrgangs und ein paar andere Leutchen. Aber zumindest wurde man schnell warm mit denen. So schnell wie das geschehen ist, waren die aber auch wieder weg. Ich find ja Berks schon bescheiden, aber wenn ich dafür bleche, bleib ich auch länger als ne halbe Stunde. Aber zum Glück blieb noch einer da der mir die Arbeit abnahm mit der eben genannten Freundin zu Liedern zu tanzen die sogar in den irakischen Kriegsgefangenenlagern als zu unmenschlich betrachtet werden. Ich bin ja an sich ein ganz großer Tänzer, aber irgendwo ist auch bei mir ne Grenze. Jetzt kommt aber das tolle: Ich habe mich auf nen Hocker gepflanzt und umgeguckt ob es tatsächlich jemanden da gibt, der tanzen kann. Für diese Aktion wurde ich dann von der Freundin als besoffen bezeichnet. An dieser Stelle möchte ich mal ohne Zusammenhang loswerden, dass ich günstig einen Perso von einer jungen Frau ca. 20 mit dunklen Haaren abzugeben habe.
Aber irgendwann war es auch denen zu eintönig und wir verließen die Lokalität wieder um ein leckeres nahrhaftes Frühstück bei Mäckes einzunehmen. Ist ja direkt um die Ecke. Zu Fuß höchstens ein ¾ Stündchen. Wenn ich jetzt auch noch auf die Einzelheiten des Gesprächs auf dem Hinweg eingehen würde, würdet ihr morgen noch hier dran sitzen. Ist jetzt schon wieder zu lang geworden… Gut, machen wir’s kurz: Der Mäckes hatte natürlich zu und wir trotteten wieder nach Hause. Jeder in sein Zuhause versteht sich.
Sonntag, Juni 18, 2006
Der Abiball (Nein, nicht meiner)
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