Geht ruhig mal alleine ins Kino. Man lernt immer eine Menge interessanter Leute kennen. Vor mir sitzt immer ein Mexikaner der sich mit Händen und Füßen wehrt, wenn man ihn dazu bringen will den dämlichen Sombrero abzusetzen. Ich bin ja kein Typ der bei so was schnell ausrastet. Ich sehe so was gelassen. Ein Feuerzeug hilft hier Wunder.
Sobald der junge Mann panisch aus dem Saal läuft, kann man selber auch anfangen den Film zu genießen. Doch leider gibt es auch Leute die unbedingt in einer Distanz von ca. 2 cm ihre Chips krachend verdrücken müssen. Aber so was verdirbt mir auch nicht den Spaß. Ich bin ja kein Typ der bei so was schnell ausrastet. Ein einfacher angetäuschter Toilettengang bei dem man dem Bodybuilder, der sich einen Sitz vor dem Störenfried niedergelassen hat einen mitgibt, löst die Lage ohne weitere Komplikationen.
Während sich das Problem quasi von alleine löst, nutzt man den Umstand dass man schon mal steht um sich ein leckeres Eis am Stiel zu holen. Zurück auf dem Platz arbeitet man weiter daran den Sitz an den Hintern anzupassen. Doch es dauert auch nicht lange, dann kommt von hinten eine Kinderstimme die lauthals verkündet dass ein echter Toilettengang angesagt wäre. Wenn man Glück hat geht die Mutter darauf ein, nimmt Junior an die Hand und führt ihn raus. Nun bin ich aber nicht gerade ein Glückskind und die Mutter will nichts vom Film verpassen. Und da Kinder nun mal nicht alleine auf´s Klo gehen wollen, quengeln sie eben weiter. Aber ich bin ja kein Typ der bei so was schnell ausrastet. Außerdem war ja auch ein Arzt unter den Zuschauern. Konnte ja keiner mit rechnen, dass so ein Eis am Stiel eine dermaßen hässliche Platzwunde am Kopf verursachen kann.
Der Film lief also weiter und die Entspannung nahm zu. Leider nicht bei mir sondern bei meinem Nachbarn auf der anderen Seite. Es gibt ja immer mal Leute die im Kino einschlafen. So was stört mich ja auch nicht. Aber ein wenig bedrängt fühlt man sich schon sobald der sinkende Kopf langsam auf die eigene Schulter trifft. Aber ich bin ja nicht der Typ der bei so was schnell ausrastet. Schließlich war sein Mund ja noch nicht mal geöffnet, so dass die Gefahr bestünde, dass er Mann mein neues Trikot vollsabbert. Ne, über so was reg ich mich nicht auf. Besonders nicht wenn einem die Lösung auf der Leinwand präsentiert wird. Der Held des Films, zog just in diesem Moment vor einer Sicherheitstür eine Karte durch einen Schlitz wodurch dann die Tür geöffnet wurde. Also kramte ich meine Eintrittskarte raus und zog sie Ruckartig durch den Mund des schlafenden Nachbarn. Er wachte auf, hielt sich den Mund zu und rannte raus.
Und das Beste an der Sache: Jetzt hatte ich links und rechts freie Plätze für meine zwei besten Kinofreunde: Cola und Popcorn.
Da sieht man mal wieder dass ein Tag absolut entspannend verlaufen kann, wenn man sich nur nicht über jede Kleinigkeit aufregt. Schreibt das auf.
Montag, März 06, 2006
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