Es gibt gravierende Unterschiede im Essverhalten der Geschlechter. Zunächst einmal erkennt man das an der Einrichtung der Küche.
Die Küche der Frau:
Kühlschrank, Herd, Backofen, Spüle, Mixer, Gewürze, Teller, Gläser, Platzdeckchen …machen wir´s kurz, alles da.
Die Küche des Manns:
Kühlschrank, Mikrowelle….das war´s.
Gehen wir mal davon aus, dass man jetzt vor dem Fernseher etwas essen will, wie sieht das jeweils aus?
Die Frau:
Sie verspürt Hunger, steht von der Couch auf und geht in die Küche. Dann sucht sie im Kühlschrank nach einem geeigneten Lebensmittel das in ihren Diätplan passt, packt verschiedene Sachen im Kühlschrank an und liest sich die Angaben durch. Findet tatsächlich etwas dass ihr zusagt und schmeißt den Herd an. Während das Essen so vor sich hinköchelt, legt sie sich ihr Platzdeckchen auf den Couchtisch und legt Besteck bereit. Wieder zurück in der Küche greift sie in den Obstkorb und holt ein Paar Früchte raus, legt sie behutsam in den Entsafter und schaltet ihn ein. Die leicht dickflüssige Brühe füllt sie in ein vor Sauberkeit glänzendes „dann-klappts-auch-mit-dem-Nachbarn-Glas“. Als nächstes wird ein Teller bereitgestellt, auf dem die in der Zwischenzeit perfekt gewürzte Nahrung ordentlich angerichtet wird. Mit dem Teller in beiden Händen stolziert die Frau jetzt ins Wohnzimmer, entdeckt dann aber im Augenwinkel eine gertenschlanke Heidi Klum, die mit ihren superschlanken Kolleginnen Unterwäsche über den Laufsteg spazieren trägt. Die Folge: Sie bekommt ein schlechtes Gewissen, dreht um und stellt den Teller in die Küche für den Mann der jeden Moment von der Spätschicht zurückkommen muss. Aber da sie ja nun mal Hunger hat, greift sie nach einem fettarmen Joghurt, den sie aber schon auf dem halben weg zurück zur Couch aufgegessen hat, damit die hässliche Heidi nicht sieht das sie isst. Vor dem Fernseher trinkt sie dann zufrieden ihren Fruchtsaft.
Der Mann kommt nach Hause und sie macht ihn darauf aufmerksam, dass sie bereits sein Essen fertig in der Küche stehen hat.
Der Mann:
Er verspürt Hunger und schaut sich im Zimmer um, ob er etwas Passendes findet, entdeckt die Schale mit den Äpfeln, verzieht das Gesicht und steht widerwillig auf.
In der Küche öffnet er den Kühlschrank und holt das oberste Fertiggericht raus, öffnet den Karton und zieht unter großem Rumgespritze die Folie von dem Plastikteller ab. Auf dem Weg zur Mikrowelle geht er mit der flachen Hand über die Küchenschränke und sammelt so die Soße, die sich durch das Rumspritzen auf der Einrichtung verteilt hat auf und leckt sie genüsslich von der Hand ab. Nachdem er den Teller in die Mikrowelle gestellt hat, schaltet er sie ein. Als nächstes geht er zum immer noch offen stehenden Kühlschrank und holt eine Flasche Bier raus, um sie kurz danach mit einem gezielten Schlag am Küchentisch zu öffnen. Um die Wartezeit zu überbrücken, beginnt er seinen Bauchnabel zu entfusseln. Währenddessen beobachtet er wie der Teller sich in der Mikrowelle dreht. Sein Kopf und sein Finger fangen an die Drehbewegung des Tellers zu imitieren, mit der anderen Hand trinkt er an seiner Bierflasche. Dies wird unterbrochen durch die Gänsehaut die durch die Kälte am Bach des Mannes entsteht. Er schaut sich um und tritt die Kühlschranktür zu.
Nachdem der Mann dann fusselfrei ist, stellt er sich in den Türrahmen und schaut sich Heidi Klum und die anderen Models an, wie sie mit der Hüfte wackelnd Unterwäsche spazieren tragen. Der Kopf fängt an das Wackeln des Hinterns zu imitieren. Zwischendurch trinkt er wieder aus der Flasche. Die Begutachtung der Models, die er alle ins Bett kriegen würde, wird von dem Signalton der Mikrowelle unterbrochen. Der Mann wendet den Blick nicht vom Bildschirm ab und greift zielsicher nach dem Telefon, stellt dann aber fest dass es nicht mehr klingelt. Er murmelt ein „wahrscheinlich eh verwählt“ und geht nach dem Essen gucken. Er freut sich dass es schon fertig ist, greift nach einer Gabel und trägt es schnell in´s Wohnzimmer um nichts zu verpassen. Er schlingt alles schnell in sich rein, weil er weiß, dass die Frau bald nach Hause kommt. Pünktlich beim öffnen der Haustür, verstaut der Mann den säuberlich ausgeschleckten Teller unter der Couch und fragt die Frau was es zum Essen gibt.
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